Xing / OpenBC mag Second Life nicht
Die Kontakt-Plattform Xing / OpenBC mag es offensichtlich ganz und gar nicht, wenn Geschäftsleute sich mit ihrem SL Avatar in Xing anmelden. Ich selber hatte mich im November 2006 bei XING angemeldet und konnte durchaus auch ein paar Geschäftskontakte herstellen.
Seit einigen Tagen ist mein Profil allerdings gesperrt, ohne dass ich eine Benachrichtigung oder eine Begründung erhalten hätte. Deswegen kann ich auch gar nicht sagen, seit wann mein Profil nicht mehr angesehen werden kann. Ich kenne auch die Gründe nicht, die dazu geführt haben, kann nur mutmaßen. Einzig die Funktion “Profil bearbeiten” ist noch möglich. Meine Entscheidung, ob ich auf einen bezahlten Premium Account hochrüste, hat sich damit natürlich erledigt.
Ich weiß von mindestens einer weiteren SL Geschäftsfrau, dass es ihr ganz genauso ergangen ist.
Im Augenblick steht bei meinem Profil in Xing:
Bitte warten Sie bis Ihre Registrierung durch unsere Redaktion freigeschaltet ist. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an help@xing.com
In den AGB kann ich folgende Abschnitte finden, die möglicherweise relevant sein könnten:
2.2 Der Nutzer sichert zu, dass alle von ihm bei der Registrierung angegebenen Daten wahr und vollständig sind.
Nun, meine Daten sind selbstverständlich wahr. Ich bezweifle aber stark, dass das für alle Mitglieder zutrifft. Ob XING das bei anderen Mitgliedern, die kein SL Profil haben, in Frage stellt, weiß ich allerdings nicht.
Der Nutzer darf keine Pseudonyme oder Künstlernamen verwenden.
Auch hier ist die Frage, wie das von XING bei sämtlichen Mitgliedern überprüft wird. “Melina Loonie” ist für mich jedenfalls kein Künstlername oder ein Pseudonym, sondern der Name einer Geschäftsfrau, wenn auch in einem virtuellem Umfeld. Mir persönlich ist nicht klar, was der Name über eine Person aussagt, ob nun RL oder SL Name. Hat ein RL Name eine qualitativ höherwertige Bedeutung als ein SL Name? Das darf doch wohl stark bezweifelt werden.
Ich fühle mich diskriminiert!
2.7 XING kann technisch nicht mit Sicherheit feststellen, ob ein auf den XING-Websites angemeldeter Nutzer tatsächlich diejenige Person darstellt, die der Nutzer vorgibt zu sein. XING leistet daher keine Gewähr für die tatsächliche Identität eines Nutzers. Jeder Nutzer hat sich daher selbst von der Identität eines anderen Nutzers zu überzeugen.
Hiermit räumt XING sogar selber ein, dass die Forderungen in 2.2 nicht überprüfbar sind. Abschnitt 2.2 ist aus meiner Sicht damit wertlos.
Später wird noch einmal gesagt:
4.1.1 ausschließlich wahre und nicht irreführende Angaben in seinem Profil und seiner Kommunikation mit anderen Nutzern zu machen und keine Pseudonyme oder Künstlernamen zu verwenden,
4.1.2 nur solche Fotos seiner Person an die XING-Websites zu übermitteln, die maximal fünf (5) Jahre alt sind und den Nutzer klar und deutlich erkennen lassen.
Auch das ist bei meinem Foto gegeben.
Ich bin mir über die Zielsetzung von XING inzwischen nicht mehr im Klaren. Als Geschäftsfrau möchte ich diese Plattform nutzen, um Kontakte zu anderen Menschen (sei es in RL, sei es in SL) aufzubauen, um mich zum einen über Geschäftsideen auszutauschen und zweitens neue Geschäfte anzubahnen. Bisher hatte ich es so verstanden, dass es genau darum bei XING geht. Offensichtlich ist dieses Unternehmen aber einfach zu konservativ, um sich mit neuen Geschäftsmodellen, die zum Beispiel auf Web 2.0 Ansätzen basieren, auseinanderzusetzen.
ich finde das bedauerlich, da vielen Geschäftsleuten damit die Möglichkeit genommen wird, über XING erfahrene SL Geschäftskontakte herzustellen, letztendlich kann ich persönlich aber ohne XING leben.


