Was kostet Land auf privaten Sims
Was erwartet sich ein typischer SL Bewohner, der Land auf einem privaten Sim wie Cosy Island oder Germania kauft?
Die Anforderungen, die mir oft genannt werden, sind:
* gute Infrastruktur
* hübsches Landscaping
* Regeln (nicht zu viele, aber auch nicht zu wenige)
* hohe Performance (100 gleichzeitige Besucher sollten kein Lag verursachen)
* hoher Traffic
* gute Sim Betreung
* billige Preise
Wenn wir uns zum Beispiel mal eine Gegend mit 5 Sims aussuchen, auf denen ungefähr 100 verschiedene Land-Besitzer wohnen (rein theoretisch natürlich, aber aktuell entspricht das den Zahlen von Germania, wird jeder schnell erkennen, dass damit eine Menge Arbeit verbunden ist. Ich selber muss das neben Vollzeit-Beruf, Familie und Haushalt in meiner Freizeit leisten. Weiter “belasten” soziale RL-Aktivitäten wie “Grillen mit den Nachbarn” oder “Kommunion meiner Nichte” zusätzlich das vorhandene Zeit-Kontingent. mehr als 2 bis 3 Stunden pro Abend und vielleicht noch mal 10 Stunden am Wochenende sind nur schwer zu schaffen.
Was kann man tun, um mehr Zeit für das SL Projekt zu haben? Es liegt der Gedanke auf der Hand, ein Gewerbe anzumelden, seinen alten Job zu kündigen und sich vollzeit nur noch mit seinem SL Projekt zu beschäftigen.
An der Stelle wird es dann interessant, sich mal ein paar Gedanken über die Kosten zu machen, und was das für Auswirkungen auf die Grundstückspreise haben würde.
Ich bin nun nicht so der große Business Case Rechner, daher werde ich zur Vereinfachung von den folgenden Rahmenbedingungen ausgehen:
* keine Bürokosten (alle arbeiten von zu Hause aus)
* keine Kosten für Reinigungspersonal (jeder putzt sein Klo selber)
* keine Kosten für Geräte wie Telefon, Computer, Drucker, Headset (die privaten Geräte werden einfach mitbenutzt)
* keine Kosten für Software Lizenzen wie Betriebssystem, Buchhaltungs-SW, Textverarbeitung usw. (ist eh alles raubkopiert)
* keine Kosten für den Internet-Zugang
* keine Kosten für Strom, Wasser, Gas usw.
* keine Fahrtkosten (wie gesagt, jeder arbeitet von zu Hause und Meetings finden nur virtuell statt … soviel Zeit muss sein)
* keine Kosten für Objekte in SL (alles, was für die eigenen Sims benötigt wird, wird selber hergestellt, designt, programmiert oder es wird auf Freebies zurückgegriffen)
* keine Kosten für Upload von Texturen
* kein protected Land auf den Sims (somit steht die Gesamtfläche zum Verkauf zur Verfügung)
Mir ist schon bewußt, dass ich damit einen ziemlich großen Kostenanteil einfach weglasse, aber tun wir das jetzt einfach mal.
Weil ich auch hin und wieder schlafen möchte oder mich mal mit der Buchhaltung beschäftigen muss, werde ich noch zwei zusätzliche Mitarbeiter beschäftigen. Ein Monats-Netto-Gehalt von 2500 Euro finde ich angemessen, das macht dann ca. 5000 Euro brutto oder 60.000 Euro Jahresgehalt. Diese 60.000 Euro beziehe ich auf eine Wochenarbeitszeit von 40 Stunden, aber ein paar Stunden davon ziehe ich ab … die stehen nicht für SL zur Verfügung. Für meine Berechnungen hier gehe ich von 35 Stunden aus, die jeder der drei Mitarbeiter (inklusive mir) für SL arbeitet. Ist das viel? Nein, ich glaube, das ist nicht sehr viel. Insgesmant ergeben sich für die 3×35 Stunden also Personalkosten von 157.500 Euro im Jahr. (wahrscheinlich wird für das Geld aber erheblich mehr gearbeitet!)
Für ein Sim Projekt addieren sich die Kosten für die 5 Sims dazu, also 5x 1.675 USD, was 8.375 USD bzw. 6.198 Euro entspricht. Allerdings setze ich voraus, dass die Einkaufskosten direkt an die Landkäufer weitergegeben werden.
Es fehlen aber noch die monatlichen Kosten, die an die Betreiber Firma Linden Lab für jeden Sim abgeführt werden müssen, zur Zeit 295 USD. Insgesamt sind das für 5 Sims 1.475 USD bzw. 1.092 Euro.
Und hier muss ich nun die Personalkosten für die Sim Gestaltung und Betreuung draufschlagen. Im Grunde muss ich die monatlichen Kosten für die Sims gar nicht betrachten, weil sie gegenüber den Personalkosten gering sind.
Ich möchte noch einmal auf die Liste oben hinweisen, welche Kosten alle nicht betrachtet werden. Und ich möchte auch noch mal erinnern, dass 157.500 Euro Personalkosten im Jahr für drei Vollzeitbeschäftigte niedrig angesetzt sind.
Aber nun will ich diese Kosten auf die monatlichen Quadratmeter Preise umlegen. Es kommen 4,03 Cent pro Quadratmeter heraus, was 14,66 Linden Dollar pro m2 entspricht. Für ein 512 m2 Grundstück müsste daher im Monat eine Steuer von 7.507 Linden Dollar bezahlt werden.
Mit diesen Betrag könnte man also 5 Sims mit 100 Land-Besitzern pro Woche 105 Stunden lang gestalten, betreuen und ausbauen.
Im Augenblick nehme ich nur 807 Linden Dollar pro 512 m2 Parzelle.
Einige Leute haben sich beschwert, ich sei zu selten erreichbar, ich würde zu wenig in Infrastruktur investieren, meine Preise seien zu hoch …
… was würde passieren, wenn ich die Steuer pro 512 m2 von 807 L$ auf 7.507 L$ pro Monat erhöhen würde, um den eingeforderten Service wirklich leisten zu können?
Und was passiert mit Firmen, die aus drei Mitarbeitern bestehen, dennoch pro Quadratmeter nur 807 L$ monatlich in Rechnung stellen?
14. Mai 2007, 16:09
[…] in Melinas Second Life was-kostet-land-auf-privaten-sims steuerzahlungen was-kostet-ein-mainland-sim […]
21. November 2007, 16:41
Die logische Konsequenz wäre zu standardisierern und mehr zu automatisieren um den Aufwand zu reduzieren und die Lohnkosten zu drücken um die Kosten zu senken.
Dann die Anzahl der Sims bei gleichem Aufwand und tieferen Kosten vervielfachen.
Klingt logisch, oder?